Aktueller Stand zum Lothar-König-Prozess


Ein Jahr ist es her, dass der Prozess gegen Lothar König, Stadtjugendpfarrer in Jena, ausgesetzt wurde. Wir sind nach Jena gefahren, um den Prozess vom vergangenen Jahr revue passieren zu lassen. Was geschah damals wirklich in Dresden? Und wo kamen die 300 Stunden Videomaterial her, die weder die Staatsanwältin noch der Verteidigung bekannt waren? Im Oktober wird der Prozess fortgesetzt.

Jenaer Hausbesetzung: Der Traum ist aus


„Aber ich werde alles geben, dass er Wirklichkeit wird“ singen Ton Steine Scherben in ihren Song „Der Traum ist aus“. Fast 24 Stunden hatten 3 Besetzer*innen und ca. 150 Unterstützer*innen im und vor dem Haus in der Carl-Zeiss-Straße 11 in Jena durchgehalten. Am Ende haben mehrere Hundert Polizisten die Blockade vor dem Haus geräumt und das Haus gestürmt.
Eine kurze Zusammenfassung wie die Besetzung gestartet ist, was die Motivation der Besetzer*innen und wie die Besetzung beendet wurde zeigt dieser Videobeitrag.

Interview mit Besetzer*innen
Weitere Informationen: Besetzer*Innen, Indymedia, MDR, Jenapolis,

Jenaer Preis für Zivilcourage geht nach Wien in den Knast an Josef


Der Festsaal im alten Jenaer Rathaus ist gut gefüllt. In den ersten Reihen sitzen die Entscheidungsträger der Stadt Jena: Oberbürgermeister, Superindentent, Polizei, etc. Alle lauschen, als zwei Musiker an Flügel und Trompete ein Stück “Keine Träne für den Wiener Walzer” spielen, das starke Ähnlichkeiten mit „Keine Träne“ der vom Verfassungsschutz beobachteten Band „Feine Sahne Fischfilet“ hat. Kurz darauf wird die Laudatio auf den Preisträger gehalten. Der Laudator und Weggefährte Jolly Roger erklärt: „Der diesjährige Preisträger kann heute leider nicht bei uns sein. Gerade weil er für seinen politischen Willen eingetreten ist und eintritt. Es ist Josef, unser Freund und Genosse.“ Verwirrung und Erstaunen macht sich um Raum breit. „Wer ist Josef?“ werden sich viele jetzt Fragen. Für den Oberbürgermeister Jenas und die Jury ist er ein Kämpfer für Zivilcourage, für die Staatsanwaltschaft in Wien ein gefährlicher mutmaßlicher Verbrecher, der als Rädelsführer des sogenannten Schwarzen Blocks seit 24. Januar 2014 in Österreich in Untersuchungshaft sitzt. Er hatte gegen den Wiener Akademikerball demonstriert, eine Veranstaltung konservativer und rechtspopulistischer Kreise, die sich gerne als Elite der Gesellschaft sehen. Die Anklagepunkte gegen Josef sind versuchte absichtliche, schwere Körperverletzung, schwere Sachbeschädigung und Landfriedensbruch. Konservative Medien laufen bereits Sturm gegen die Entscheidung. Der Jenaer Preis für Zivilcourage wird bereits zum 13. Mal verliehen. Dieses Jahr wird der Preis vom Jenaer Shoppingcenter „Goethe Galerie“ gestiftet. Neben dem Preis für Zivilcourage wurde auch der Charlotte-Figulla-Preis an Jugendliche und Schüler*innen vergeben. Letztes Jahr ging der Zivilcouragepreis an Lothar König, der zu dem damaligen Zeitpunkt als Rädelsführer der Proteste in Dresden vor Gericht stand.
Videobeitrag der Filmpiraten vom ersten Prozesstag in Wien, Familientagebuch Josefs, Soligruppe 24.Januar

Prozessauftakt in Wien – gegen Josef


Seit vier Monaten sitzt der linke Aktivist Josef aus Jena und Mitglied der Falken in österreichischer Untersuchungshaft. Ihm wird absichtliche schwere Körperverletzung und Landfriedensbruch bei den Protesten zum “Wiener Akademikerball“ vorgeworfen. Um herauszufinden, warum er trotz eines entlastenden Stimmgutachtens immer noch in Untersuchungshaft sitzt und wie der erste Prozesstag verlaufen wird, sind die Filmpiraten nach Wien gefahren. Weitere Infos: Soli2401

Die Alu-Antifa und die Montagsdemo


Am 26.Mai war Jürgen Elsässer auf der Montagsdemo in Erfurt. Das Video zeigt einen Zusammenschnitt und zeigt die Hintergründe des Protestes gegen die Montagsdemo. Für weitere Informationen: Neue Rechte, Finanzkapital, Antisemitismus, Rothschild, Struktureller Antisemitismus, Bericht des Infoladens Sabotnik

Zwischen Verschwörung und Antisemitismus – Die Montagsdemo in Erfurt


Ein Bericht über die Montagsdemo “Friedenswache” in Erfurt. Im letzten Monat haben wir einige Veranstaltungen der damaligen Organisatoren besucht und versucht eine erste Bestandsaufnahme der Strukturen, Meinungen und Ideologien zu erfassen. Das offene Mikro wurde jedoch häufig genug von Menschen benutzt, die keinen Hehl aus ihren teils rassistischen und verschwörungstheoretischen Ansichten machten. Zu gleich kommen Kritiker der Veranstaltung zu Wort. Weitere Informationen zu Antisemitismus.

VIDEOAKTIVISMUS – Mit der Kamera für eine andere Welt

26va
Die Filmpirat*innen sind ein Videokollektiv aus Erfurt, das seit 2004 über antifaschistische, antirassistische und antikapitalistische Bewegungen berichtet. Der Ausgangspunkt ist die Kritik an kapitalistischen Mainstream-Medien. Dabei gehen sie der Frage nach, wie Videoaktivismus als eine emanzipatorische gesellschaftliche Intervention begriffen werden kann und stellen Möglichkeiten, Grenzen und Perspektiven ihrer videoaktivistischen Arbeit vor. Darüber hinaus werden Video-Beispiele aus dem Alltag der letzten zwei Jahren nicht zu kurz kommen.

26. Februrar | 19:00 Uhr | Café Nerly | Markstraße 6 | Erfurt

Dritte bundesweite Videoaktivist*innen-Vernetzung vom 28.2. – 2.3.2014 in Erfurt

Wir sind eine Vernetzung von Gruppen und Einzelpersonen freier Film-schaffender, die fernab von TV- Sendern und kommerziellen Produktionsfirmen mit einem sozialkritischen Anspruch Filmarbeit macht. Die Themen der teilnehmenden Personen, informellen Gruppen und Vereine bewegen sich bisher im Spannungsfeld zwischen Protestbewegungen, Sozialkritik, Ökologie, Selbstorganisation – im weitesten Sinne also Themen rund um linke außerparlamentarische Politik. Die meisten von uns stellen ihre Arbeiten unter freie Lizenzen ohne Copyrightschutz, so dass eine Weiterverbreitung der Filme unkompliziert möglich wird (z.B. Creative Commons Lizenzen).

Wir würden uns freuen, wenn Du/Ihr zu dem Treffen in Erfurt hinzukommst! Organisiert wird das Treffen von den Filmpiraten in Erfurt.

2013 gab es bereits zwei Treffen dieser Art. Zum einen im Frühjahr auf Einladung von Graswurzel TV in Lüneburg, zum anderen im Spätsommer auf dem Wukaniahof bei Berlin. Ziel der Treffen sind die Vernetzung und der Austausch von unabhängigen Filmemacher*innen.

Eines der Ziele dieses dritten Treffens ist die Schaffung eines gemeinsamen Online-Portals für Videoaktivist*innen. So sollen neue Ausspiel- und Verbreitungswege für unabhängige Filmemacherinnen geschaffen und Potenziale bei der Verbreitung unserer Filme und Videos gebündelt werden. Daneben sind Arbeitsgruppen und Plenarsessions zu folgenden Themen geplant:

  • Blick über den Tellerrand – was machen die anderen so? Vorstellung von Gruppen, Einzelpersonen und die Motivation Filme zu machen (möglich in Kombination mit einem Filmabend)
  • Selbstkritischer Blick: “Videoaktivismus zwischen Propaganda, Öffentlichkeitsarbeit und Graswurzeljournalismus”
  • Vorbereitung der Videoaktivist*innen-Medienwerkstatt im Sommer auf dem Wukaniahof (bei Berlin) 8.-13. Juli 2014
  • Austausch zur Finanzierung von politischen Filmprojekten
  • Austausch zu Aufbau von Videobeiträgen, Kameraführung und
    Videoschnitttechniken
  • Wege zum gemeinsamen Videoaktivist*innen-Portal im Internet.
  • Und keinen Interessiert’s – Wie könnten Graswurzelmedien relevant werden?

Das Treffen ist offen für Interessierte, eine Anmeldung wäre aber trotzdem erfoderlich, damit wir besser für Übernachtungen und Essen planen können. Einfach bei den unter Kontakt gegebenen Möglichkeiten melden. Wenn Du ein Thema vermisst, dann erwähne diese bitte in Deiner Anmeldungsmail. Ein festes Programm wird auf Basis eines konkreten Vorschlags des Planer*innenteams am ersten Abend im Plenum festgelegt.

Für die gesamte Vernetzung 2014 haben wir als Filmpiraten bei Jugend in Aktion Fördergelder beantragt, damit die entstehenden Kosten nicht bei Einzelpersonen oder Gruppen hängen bleibt.