Filmpremiere: Die Kammwegklause – Über den Umgang mit einem rechtsextremen Zentrum in Erfurt

Die Kammwegklause

Die Kammwegklause ist eine Kneipe auf dem Herrenberg, die in den letzten Jahren immer wieder Schlagzeilen als rechtes Szenelokal machte. Regelmäßig organisieren Rechtsextreme dort Liederabende und Konzerte. Als Filmpirat*innen haben wir uns das Thema Ende 2014 angenommen und eine 14minütige Videodokumentation erstellt. Am kommenden Montag, den 20.Juli um 19 Uhr soll die Videodokumentation erstmals im Stadtteilzentrum Herrenberg öffentlich gezeigt werden. Wir freuen uns auf euer zahlreiches Erscheinen.

Da sich bereits Personen aus dem rechten Sphäre zu der Veranstaltung angekündigt haben möchten wir hiermit klarstellen:
Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtenden Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

Eine Perspektive zum Protest gegen den Wiener Akademikerball

#SeiunsereHeldin goes Vienna

Mit hoher Anspannung beobachten wir das Geschehen um uns herum. Eine Anspannung die uns seit 6 Uhr begleitet, als wir in Erfurt losfuhren. Eine Anspannung die uns den ganzen Tag antreibt. Wir stehen mitten auf einer riesigen Kreuzung in Wien. Mein Kollege trägt eine Kamera und läuft unruhig von links nach rechts und vor und zurück. Hier treffen zwei große dreispurige Hauptstraßen aufeinander, aber eine Seite ist mit hochgerüsteten Polizist*innen und Absperrgittern verschlossen. Mehrere Straßenlaternen erhellen den Platz. Hunderte Protestierende stehen angespannt herum oder laufen kreuz und quer. Manche tragen rosa Kostüme und trommeln kreisrund aufgestellt leicht tanzbare Takte. Die meisten Rhythmen sind geeignet um Demosprüche zu skandieren. Viele andere Demonstrant*innen tragen dicke dunkle Kleidung, weil die Temperaturen sind, wie sie Ende Januar in Wien eben sind: eisig. Einige machen ihren Unmut über den nahen Akademikerball hinter der Absperrung Luft und rufen „Staat, Nation, Kapital – Scheiße!“.

Die Proteste gegen den Wiener Akademikerball 2015 from Filmpiraten on Vimeo.

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Greiz: Proteste gegen den Fackelmarsch


Wie schon die Wochen vorher demonstrierte am 23. November 2013 die „Bürgerinitiative gegen das Asylbewerberheim“ in Greiz. Dafür hatten sie bundesweit zu einem Fackelmarsch aufgerufen. Dem Aufruf folgen ca. 180 „Wutbürger“, darunter auch Nazis aus Weimar und Jena.

Insgesamt gab es drei Gegenveranstaltungen, bei denen sich insgesamt ca. 400 Menschen anschlossen. Zum einen gab es die Bürgerinitiative „Weil wir Greiz lieben“, die Kirche hatte gegen die „Bürgerinitiative“ mobil gemacht, sowie verschieden antifaschistische und antirassistische Gruppen. Letzt genannte schafften es mit einer spontanen Demonstration bis auf 50 Meter an den Fackelmarsch.

Der goldbraune Scheißhaufen von Friedrichroda


Bei dem Aufruf die Waffen-SS zu verehren, stehen die ca. 100 „nationalen Kameraden“ stramm in Reih und Glied. Der Rauch ihrer leuchtenden Fackeln steigt in den Sternenhimmel. Sie wollen den „Leistungen vergangener Generationen“ gedenken. Damit meinen sie die Verbrechen der Deutschen im Nationalsozialismus, Überfälle auf dutzende Länder und Millionen Morde an deren Bevölkerung.
Die Zeremonie erinnert an längst vergangene Inszenierungen der Nazis. Anscheinend ist in Friedrichroda die Zeit stehen geblieben. Seit 10 Jahren findet diese Veranstaltung anlässlich des Volkstrauertages in Friedrichroda statt und verläuft im wesentlichen ungestört. Auch den Bürgermeister der Stadt Friedrichroda stören eher die Gegner dieser Veranstaltung. „Die Stadt Friedrichroda wurde beschmutzt, deren Bürger und Demokraten wurden in den Dreck gezogen,“ so der Bürgermeister Thomas Klöppel in der Thüringer Allgemeinen über eine Preisverleihung der Antifa. Wenige Tage vor dem diesjährigen Volkstrauertag hat das antifaschistische Bündnis „Volkstrauertag abschaffen“ die Stadt Friedrichroda und ihre Einwohner mit dem „Goldenen Scheißhaufen“ ausgezeichnet. Der Preis steht für „10 Jahre Ignoranz und Akzeptanz von Naziaufmärschen, NS-Verharmlosung und Menschenhass“ und wurde dem Kopfsteinpflaster in einer fast menschenleeren Fußgängerzone „überreicht“.

Greiz: Widerstand gegen Bürgerinitiative


Am 11. Oktober 2013 demonstrierte wie jeden Freitag zuvor die sogenannte „Bürgerinitiative gegen das Asylbewerberheim“ in Greiz. Angeführt von David Köckert, einem bekannten Kader aus der lokalen rechten Szene, haben sie sich diesmal nur noch ca. 80 Teilnehmende auf dem Marktplatz versammelt.
Gleich gegenüber hatte sich die antirassistische Gegenkundgebung positioniert. Zu dieser kamen ca. 140 Gegendemonstrant_innen, die mit lauter Musik und Pfeifen die Kundgebung der Bürgerinitiative begleiteten. Auf der Gegenkundgebung wurde auch das Asylsystem kritisiert.
Ein Kritikpunkt war die generelle Lagerunterbringung von Asylbewerber_innen. So wurde gefordert, dass die Flüchtlinge dezentral in Wohnungen untergebracht werden sollen. Ein weiterer Kritikpunkt war das Gutscheinsystem für Asylbewerber_innen. Der Landkreis Greiz gehört zu den wenigen Thüringer Kommunen in denen das Gutscheinsystem für Asylbewerber_innen noch nicht abgeschafft wurde. Landrätin Martina Schweinsburg weigert sich seit Jahren und wurde unter anderen deshalb im Jahr 2012 mit dem Negativpreis für die größte Gemeinheit vom Thüringer Flüchtlingsrat ausgezeichnet.
Nach einigen hin und her startete dann die Demonstration der „Bürgerinitiative gegen das Asylbewerberheim“ durch die Innenstadt. Zufälligerweise ist an einer zentralen Stelle der Aufmarschstrecke ein Stadtbus stecken geblieben. Daraufhin muss die geplante Route abgeändert werden. Nur an vereinzelten Stellen konnten Antifaschist_innen an die Route gelangen, um den Aufmarsch zu stören.

Greiz: Mit Fackeln gegen das Asylbewerberheim


Greiz ist mit etwa 21000 Einwohner eine Kleinstadt im Osten Thüringens. Vor einigen Wochen wurde in einem typischen DDR-Plattenbau ein neues Asylheim im Stadtteil Pohlitz eröffnet, um unter anderen die neu angekommenen Flüchtlinge aus Syrien aufzunehmen. Kurz darauf bildete sich über Facebook die „Greizer Bürgerinitiative gegen ein Asylheim am Zaschberg“, die seitdem jeden Freitag gegen das Asylbewerberheim mobil macht. Die Bürgerinitiative gibt sich bürgerlich, doch die Organisatoren sind keine Unbekannten und seit Jahren in der rechten Szene aktiv. Letzten Freitag marschierte die „Bürgerinitiative“ durch den Stadtteil, in dem das Asylbewerberheim steht. Für die Teilnehmenden der Bürgerinitiative muss es ein tolles Gefühl gewesen sein, am Ende des Marsches Fackeln anzuzünden…

Video: Antifaschistische Schneebälle in Dresden


Ein Wort mit X, das war wohl nix – so müsste wahrscheinlich das Resümee der Nazis lauten. Der großangelgte Nazi-Gedenkmarsch fiel auch 2013 in Wasser, oder genauer gesagt in den Schnee. Mehrere Tausend Gegner_innen blockierten an verschiedenen Stellen mehrere größere Gruppen von Nazis, sodass sie noch nicht einmal zu ihrem Auftaktort ihres Gedenkens kommen konnten. Beiläufig wurden die Nazis in größeren Maßen mit Schneebällen beworfen. Am Hauptbahnhof wurden die Nazis deswegen richtig sauer und attackierten mehrere Antifaschist_innen. Das Video kann auch im Filmpiraten-Youtube-Kanal oder auf facebook angeschaut werden.

Alle wollnse Opfer sein – Naziaufmarsch in Weimar


Ca. 90 Nazis marschierten anlässlich des 68.Jahrestag der Bombardierung Weimars, um die Geschichte nach ihren Vorstellungen umzudeuten. „In der Zeit des Nationalsozialismus waren es eigentlich die Alliierten, die das deutsche Volk vernichten wollten“ so der Kontext dieser Demonstration. Begleitet wurden die Nazis von ca. 300 Gegner aus den verschiedensten Spektren. An einigen Stellen gelang es beinahe auf die Route der Nazis zu gelangen, was jedoch von der Polizei unterbunden wurde. Das Video kann auch im Filmpiraten-Youtube-Kanal oder auf facebook angeschaut werden.

Esther Bejarano – Die singende Überlebende von Auschwitz


Geboren im Jahr 1924 gehört Esther Bejarano zu den letzten Überlebenden des Mädchenorchesters von Auschwitz. Zur Zeit des Nationalsozialismus wurde sie gezwungen am Lagereingang von Auschwitz mit ihrer Musik für „gute Stimmung“ zu sorgen. Ein Erlebnis, das sie heute noch belastet. Zusammen mir ihrem Sohn und der Microphone Mafia gibt sie heute Konzerte und erzählt aus ihrer Geschichte. Am 28.Juli 2012 erzählte sie im Rahmen des Antifa-Camps in Weimar ihre Geschichte und gab anschließend ein Konzert. Das Video kann auch im Filmpiraten-Youtube-Kanal oder auf facebook angeschaut werden.

Helden zum Volkstrauertag


Heldendenkmäler für die Soldaten der deutschen Kriege finden sich in fast jedem Dorf. Das Jahr über kaum beachtet, werden sie jedes Jahr zum Volkstrauertag hergerichtet. Allerorts werden Kränze für die deutschen Gefallenen der Weltkriege niedergelegt und oft unreflektiert diesen gedacht. In Friedrichroda findet neben dem offiziellen Gedenken der Stadt und des Volksbundes deutscher Kriegsgräberfürsorge nun zum zehnten Mal das Heldengedenken der Nazis statt, um unter anderen der Waffen-SS zu gedenken. Von der Öffentlichkeit kaum beachtet, stört sich nur ein kleines Bündnis lokaler Antifagruppen an diesem Heldengedenken. Das Video kann auch im Filmpiraten-Youtube-Kanal oder auf facebook angeschaut werden.