Aktueller Stand zum Lothar-König-Prozess


Ein Jahr ist es her, dass der Prozess gegen Lothar König, Stadtjugendpfarrer in Jena, ausgesetzt wurde. Wir sind nach Jena gefahren, um den Prozess vom vergangenen Jahr revue passieren zu lassen. Was geschah damals wirklich in Dresden? Und wo kamen die 300 Stunden Videomaterial her, die weder die Staatsanwältin noch der Verteidigung bekannt waren? Im Oktober wird der Prozess fortgesetzt.

Jenaer Hausbesetzung: Der Traum ist aus


„Aber ich werde alles geben, dass er Wirklichkeit wird“ singen Ton Steine Scherben in ihren Song „Der Traum ist aus“. Fast 24 Stunden hatten 3 Besetzer*innen und ca. 150 Unterstützer*innen im und vor dem Haus in der Carl-Zeiss-Straße 11 in Jena durchgehalten. Am Ende haben mehrere Hundert Polizisten die Blockade vor dem Haus geräumt und das Haus gestürmt.
Eine kurze Zusammenfassung wie die Besetzung gestartet ist, was die Motivation der Besetzer*innen und wie die Besetzung beendet wurde zeigt dieser Videobeitrag.

Interview mit Besetzer*innen
Weitere Informationen: Besetzer*Innen, Indymedia, MDR, Jenapolis,

Anti-Repressiondemo in Jena


Am 06.06. demonstrierten ca. 350 Menschen in Jena gegen die Gewalt der Polizei in der Türkei und währender Blockupy Demo am 01.06. in Frankfurt. Daneben spielte die Kritik der Kontrollen von Menschen durch die Polizei wegen der Hautfarbe oder durch bestimmte Kleidung eine Rolle. Vor der Jungen Gemeinde in Jena wurde auch die Kriminalisierung von Antifaschistischen Widerstand thematisiert. Erneut wurde Solidarität mit Lothar König erklärt. Allerdings geriet mit Occupy Gezi durch die Vielzahl an Themen ein ursprünglicher Anlass der Demonstration ins hinter treffen, der ca. 50 Menschen aus migrantischen Communities zur Demonstration gebracht hatte.

Weiße Farbkleckse schlimmer als 3,81€ Stundenlohn?


Was ist schlimmer: prekäre Arbeitsbedingungen oder weiße Fußstapfen in der Innenstand von Jena? Wenn man die mediale Öffentlichkeit in Jena anschaut scheint es eher das Letztere zu sein. Deswegen gab es am 22.Januar 2013 ein Prozess am Amtsgericht Jena, bei dem mehrere Leute wegen Sachbeschädigung vor Gericht standen. Der Hintergrund war eine Aktion der „Industriellen Reservearmee“ in der Vorwoche vom 1.Mai 2011. Bei einem Stadtrundgang wurden prekäre Orte der Stadt Jena aufgesucht und diese mit weißen Fußstapfen markiert. Insgesamt wurden damals 4 Orte aufgesucht. Die Universität Jena, bei der Angestellte teilweise 60 Stunden in der Woche arbeiten müssen, eine bundesweite Friseurkette, die 3,81€ Stundenlohn zahlt, eine große Leiharbeitsfirma und die stadteigene Arbeitsvermittlungsfirma „Jenarbeit“. Einer der Angeklagten erzählt von der Aktion und deren Hintergründe. Das Verfahren wurde inzwischen mit einer Zahlung von je 100€ pro Person Geldstrafe eingestellt. Das Video kann auch im Filmpiraten-Youtube-Kanal oder auf facebook angeschaut werden.

Rassismus, von dem keiner Wissen will


1 Jahr ist es nun her, dass die Mordserie des NSU bekannt geworden ist. Wesentlich geändert hat sich seitdem wenig. Meist versammeln sich immer nur dieselben Kritiker_innen auf der Straße, um auf das Problem Rassismus innerhalb der Gesellschaft aufmerksam zu machen. Bundesweit hatte es in mehreren Städten Aktionen und Demonstrationen zum Jahrestag der NSU-Aufdeckung gegeben. Die Beteiligung war jedoch in den meisten Städten überschaubar. In Jena, der Geburtsstadt des NSU-Terrortrios, versammelten sich unter dem Motto „Highlights von denen keiner wissen wollte“ ca. 300 Menschen um gegen Verharmlosung rechten und rassistischen Gedankengutes aufmerksam zu machen. Das Video kann auch im Filmpiraten-Youtube-Kanal oder auf facebook angeschaut werden.

Kampf um Freiräume in Jena begonnen


Jeden Mittwoch findet im Hausprojekt Inselplatz in Jena die wöchentliche Vokü/Küfa statt. Am 3.10.2012 gab es neben einem leckeren Essen eine Kundgebung, auf der gegen die aktuelle Stadtentwicklungspolitik Jenas Luft abgelassen wurde. Nach dem die letzten Jahre mehrere alternative Projekte geschlossen werden mussten, soll es nun bald dem Inselplatz an den Kragen gehen. Neben mehreren Redebeiträgen gab es spontan noch eine Aktion, bei der der offizielle Briefkasten der Stadt mit Protestbriefen „überflutet“ wurde. Im Anschluss zogen ca 250 Menschen spontan mit einer Demonstration durch die Jenaer Innenstadt. Die Polizei war mit der Situation sichtlich überfordert. Das Video kann auch im Filmpiraten-Youtube-Kanal oder auf facebook angeschaut werden.

Demonstration gegen Polizeigewalt in Jena


Ca 200 Menschen versammelten sich am 18.1.2012 in Jena, um auf den Fall Oury Jalloh aufmerksam zu machen. Dieser verbrannte im Januar 2005 in einer Dessauer Polizeizelle, obwohl dieser gefesselt, fixiert und vorher durchsucht wurde. Der aktuelle Anlass war ein Polizeieinsatz bei der Gedenkdemonstration in Dessau, bei dem die Polizei versuchte, gegen Menschen vorzugehen, die den Fall als Mord bezeichneten.