Video: Die sozialen Unruhen bei Blockupy 2015

Die Sonne geht über der Mainmetropole Frankfurt auf. Aus der Ferne sieht man schwarze Rauchschwaden über dem Osten der Stadt aufsteigen. Ein beißender Geruch von verbrannten Plastik und Tränengas liegt in der Luft. An allen Ecken der Stadt kommt es zu Auseinandersetzungen zwischen der Staatsgewalt und vielen Demonstrierenden. Beispielhaft nur eine Situation. Ein Demonstrationszug läuft auf die Absperrungen der Europäischen Zentralbank (EZB) zu. Parallel greifen weiter hinten Teile der Protestierenden Polizistinnen und Polizisten an, errichten mit Mülltonnen Straßenblockaden und werfen Fensterscheiben ein. An der Spitze des Fingers versucht eine Gruppe Polizistinnen und Polizisten die Protestierenden aufzuhalten, doch ohne Anzuhalten werden die bewaffneten Staatsbeamten weggedrückt. Kurz vor den Absperrungen hält die Demo an und geht nicht in den abgegrenzten Bereich. Ein rot-weißes Absperrband zeigt an, dass ab zehn Metern vor dem mit doppelt Stacheldraht und Betonblöcken gesicherten Hamburger Gitter mit dem Wasserwerfereinsatz zu rechnen ist. Dies unterstreichen auch Lautsprecherdurchsagen der Polizei. Als eine Einheit Polizistinnen und Polizisten versucht die Protestierenden erneut abzudrängen, eskaliert die Situation. Steine und alles was sonst nicht festgebunden ist, wird, von der aufgestauten Wut beschleunigt, den Uniformierten entgegen geschleudert. Nicht lange und das erste Auto brennt. Weitere Polizeifahrzeuge werden für den Schrottplatz vorbereitet. Polizeikleidung und -fahrzeuge bekommen neue Farben. Die Reaktion lässt kaum auf sich warten. Dutzendfach landen Tränengas-Granaten zwischen Protestierenden. Zwischen den aggressiven und den ruhigen Protestierenden. Eine Gaswolke steht über der Straße. Das Atmen wird unmöglich, die Demonstrierenden weichen aus. Die Auseinandersetzungen verlagern sich Richtung Innenstadt. Über viele Stunden folgen Aktionen und Reaktionen.

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Was interessiert dich an Blockupy?

Edit 19.05.2014
Aufgrund von mangelnden Kapazitäten konnten wir leider die meisten Projekte zu den Blockupy-Aktionstagen nicht umsetzen. Jedoch ist nach Blockupy vor Blockupy: Im Herbst diesen Jahres wollen wir wirklich am Start sein. Vielen Dank an alle, die bei unserer Umfrage mitgemacht haben.

Wir als Filmpiraten wollen bei den diesjährigen Blockupy-Aktionstagen vom 15. bis 25. Mai mit unseren Videokameras am Start sein. Leider können wir durch die dezentrale Aktionsform nicht bei allen Aktionen dabei sein. Wir haben uns deshalb mehrere Gedanken zu Blockupy gemacht und sind auf mögliche Themen getroßen. Welche Filmideen in Form eines Videobeitrags interessieren dich am meisten im Zusammenhang mit den Blockupy-Aktionstagen im Mai 2014?
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Der goldbraune Scheißhaufen von Friedrichroda


Bei dem Aufruf die Waffen-SS zu verehren, stehen die ca. 100 „nationalen Kameraden“ stramm in Reih und Glied. Der Rauch ihrer leuchtenden Fackeln steigt in den Sternenhimmel. Sie wollen den „Leistungen vergangener Generationen“ gedenken. Damit meinen sie die Verbrechen der Deutschen im Nationalsozialismus, Überfälle auf dutzende Länder und Millionen Morde an deren Bevölkerung.
Die Zeremonie erinnert an längst vergangene Inszenierungen der Nazis. Anscheinend ist in Friedrichroda die Zeit stehen geblieben. Seit 10 Jahren findet diese Veranstaltung anlässlich des Volkstrauertages in Friedrichroda statt und verläuft im wesentlichen ungestört. Auch den Bürgermeister der Stadt Friedrichroda stören eher die Gegner dieser Veranstaltung. „Die Stadt Friedrichroda wurde beschmutzt, deren Bürger und Demokraten wurden in den Dreck gezogen,“ so der Bürgermeister Thomas Klöppel in der Thüringer Allgemeinen über eine Preisverleihung der Antifa. Wenige Tage vor dem diesjährigen Volkstrauertag hat das antifaschistische Bündnis „Volkstrauertag abschaffen“ die Stadt Friedrichroda und ihre Einwohner mit dem „Goldenen Scheißhaufen“ ausgezeichnet. Der Preis steht für „10 Jahre Ignoranz und Akzeptanz von Naziaufmärschen, NS-Verharmlosung und Menschenhass“ und wurde dem Kopfsteinpflaster in einer fast menschenleeren Fußgängerzone „überreicht“.

Die Einzelhandels-Streik-Supporter-Crew rockt die Supermärkte


Den ganzen Tag Produkte über den Scanner der Kasse ziehen, immer schön die Kunden dabei anlächeln und am besten nicht viel Kosten. So wird wahrscheinlich die Vorstellung der meisten Arbeitgeber sein, wenn es um die Beschäftigten im Einzahlhandel geht. Ende April hatten die Arbeitgeber den Manteltarifvertrag aufgekündigt, um eine „Flexibilisierung“ der Beschäftigen zu erreichen.
Durch die Vereinzelung in den einzelnen Unternehmen ist es für die Beschäftigen im Einzahlhandel sehr schwierig sich gewerkschaftlich zu organisieren. Trotz alledem gab es in den vergangenen Wochen in verschiedenen Städten Streiks.
Unabhängig davon unterstützten die „Tarifkampf-im-Einzelhandel-Supporter“, eine kleine Gruppe in Erfurt, die Forderung der Beschäftigten. Mit Flugblättern in Form von Preisschildern bewaffnet besuchten sie letzten Freitag mehrere Märkte in Erfurt und manipulierten mit diesen verschiedene Warenaushänge.

UnfAir-Berlin – Protestaktion gegen Charterabschiebungen im Flughafen Tegel


Am 16.05.2013 versammelten sich etwa 20 AktivistInnen im Flughafen Tegel und verwandelten kurzfristig das Terminal C, welches ausschließlich von Air Berlin genutzt wird, in eine Protestzone gegen Abschiebungen. Mit Transparenten, Aufklebern, Flyern, Kotztüten sowie kurzen Redebeiträgen über eine Lautsprecheranlage wurde gut sicht- und nicht überhörbar auf die zentrale Rolle von Air Berlin als Charterabschiebe-Airline Nr. 1 aufmerksam gemacht. Auf einer großen Weltkarte, auf der Air Berlin alle ihre Flugziele präsentiert, wurden ihre Abschiebeflugrouten eingezeichnet und der sofortige Stopp der Charterabschiebungen von UnfAir-Berlin gefordert. Das Video entstand in Zusammmenarbeit mit Cross Point.

Weiße Farbkleckse schlimmer als 3,81€ Stundenlohn?


Was ist schlimmer: prekäre Arbeitsbedingungen oder weiße Fußstapfen in der Innenstand von Jena? Wenn man die mediale Öffentlichkeit in Jena anschaut scheint es eher das Letztere zu sein. Deswegen gab es am 22.Januar 2013 ein Prozess am Amtsgericht Jena, bei dem mehrere Leute wegen Sachbeschädigung vor Gericht standen. Der Hintergrund war eine Aktion der „Industriellen Reservearmee“ in der Vorwoche vom 1.Mai 2011. Bei einem Stadtrundgang wurden prekäre Orte der Stadt Jena aufgesucht und diese mit weißen Fußstapfen markiert. Insgesamt wurden damals 4 Orte aufgesucht. Die Universität Jena, bei der Angestellte teilweise 60 Stunden in der Woche arbeiten müssen, eine bundesweite Friseurkette, die 3,81€ Stundenlohn zahlt, eine große Leiharbeitsfirma und die stadteigene Arbeitsvermittlungsfirma „Jenarbeit“. Einer der Angeklagten erzählt von der Aktion und deren Hintergründe. Das Verfahren wurde inzwischen mit einer Zahlung von je 100€ pro Person Geldstrafe eingestellt. Das Video kann auch im Filmpiraten-Youtube-Kanal oder auf facebook angeschaut werden.

Rotzfreche Asphaltkultur auf dem ehem. besetzten Topf & Söhne-Gelände


Am 16. April 2009 wurde mit SEK und Hubschraubern der besetzte Teil den Topf & Söhne-Geländes geräumt[Video]. Danach wurde das Gelände innerhalb von 24 Stunden abgerissen. Genau an dessen Stelle entstand ein Parkplatz mit Einkaufszentrum. Letzten Freitag fanden sich die MusikerInnen der Rotzfrechen Asphaltkultur mit ca 120 Menschen zusammen, um mit einem spontanen Konzert für ein neues Besetztes Zentrum in Erfurt zu spielen. Nachdem die MusikerInnen über eine Stunde bei Sonnenschein gespielt hatten, hat auch die Polizei das unangemeldete Konzert gefunden, war aber mit der Situation überfordert. Das Video kann auch im Filmpiraten-Youtube-Kanal oder auf facebook angeschaut werden.

Tinnitus für Sarrazin-Elite


Die knapp 1000 Sitzplätze sind gefüllt in der Alten Oper Erfurt, als Thilo Sarrazin mit seiner Lesung beginnt. Er bekommt tosenden Applaus als er sich als Rebell gegen den Mainstream darstellt. Vor der Alten Oper haben sich einige Hundert GegnerInnen versammelt, um ihren Unmut kundzutun. Kurzzeitig versuchen einige Menschen die Polizeiabsperrungen zu durchbrechen, was allerdings nicht gelingt. Gegen 20:30Uhr, als die GegnerInnen schon am Heim gehen waren, schrillen laute Alamsirenen aus der Alten Oper. Securities rennen aus dem Eingang und zertreten auf den ersten Blick Feuermelder. Antira-AktivistInnen hatten während der Lesung „Alarmeier“ durch den Saal geworfen, wodurch die Lesung kurz unterbrochen werden musste. Das Video kann auch im Filmpiraten-Youtube-Kanal oder auf facebook angeschaut werden.

Antirassistisch Seifenkiste fahren..

Im Rahmen des Dürerparkfestes findet jedes Jahr zum 1.Mai ein Seifenkistenrennen in Saalfeld statt. Dieses Jahr bauten AsylbewerberInnen zusammen mit Antira-AktivistInnen eine eigene Seifenkiste und starteten unerwartet vom Publikum eine Theateraktion. Während dessen wurde ein Redebeitrag verlesen und Flugblätter verteilt. Das Video kann auch im Filmpiraten-Youtube-Kanal oder auf facebook angeschaut werden.

Störung der Extremismus-Ausstellung des Verfassungsschutzes

Wahrscheinlich hat sich der Schulleiter und der Thüringer Verfassungsschutz die Eröffnung der Wanderausstellung „Feinde der Demokratie“ anders vorgestellt. Im Vorfeld der Ausstellung kam es bereits zu Diskussionen, ob SchülerInnen des Ratsgymnasiums neben dem Innenminister und Verfassungsschutz-Präsident eine kritische Rede halten dürfen, was jedoch vom Schulleiter abgelehnt wurde. So kam es während der Eröffnung zu massiven Störungen seitens SchülerInnen und Linken, die so letztendlich ihr Rederecht einfordern konnten. Weitere Berichte gibt es beim Infoladen Sabotnik, dem mdr und der TLZ. Das Video kann auch im Filmpiraten-Youtube-Kanal oder auf facebook angeschaut werden.