Video: Die sozialen Unruhen bei Blockupy 2015

Die Sonne geht über der Mainmetropole Frankfurt auf. Aus der Ferne sieht man schwarze Rauchschwaden über dem Osten der Stadt aufsteigen. Ein beißender Geruch von verbrannten Plastik und Tränengas liegt in der Luft. An allen Ecken der Stadt kommt es zu Auseinandersetzungen zwischen der Staatsgewalt und vielen Demonstrierenden. Beispielhaft nur eine Situation. Ein Demonstrationszug läuft auf die Absperrungen der Europäischen Zentralbank (EZB) zu. Parallel greifen weiter hinten Teile der Protestierenden Polizistinnen und Polizisten an, errichten mit Mülltonnen Straßenblockaden und werfen Fensterscheiben ein. An der Spitze des Fingers versucht eine Gruppe Polizistinnen und Polizisten die Protestierenden aufzuhalten, doch ohne Anzuhalten werden die bewaffneten Staatsbeamten weggedrückt. Kurz vor den Absperrungen hält die Demo an und geht nicht in den abgegrenzten Bereich. Ein rot-weißes Absperrband zeigt an, dass ab zehn Metern vor dem mit doppelt Stacheldraht und Betonblöcken gesicherten Hamburger Gitter mit dem Wasserwerfereinsatz zu rechnen ist. Dies unterstreichen auch Lautsprecherdurchsagen der Polizei. Als eine Einheit Polizistinnen und Polizisten versucht die Protestierenden erneut abzudrängen, eskaliert die Situation. Steine und alles was sonst nicht festgebunden ist, wird, von der aufgestauten Wut beschleunigt, den Uniformierten entgegen geschleudert. Nicht lange und das erste Auto brennt. Weitere Polizeifahrzeuge werden für den Schrottplatz vorbereitet. Polizeikleidung und -fahrzeuge bekommen neue Farben. Die Reaktion lässt kaum auf sich warten. Dutzendfach landen Tränengas-Granaten zwischen Protestierenden. Zwischen den aggressiven und den ruhigen Protestierenden. Eine Gaswolke steht über der Straße. Das Atmen wird unmöglich, die Demonstrierenden weichen aus. Die Auseinandersetzungen verlagern sich Richtung Innenstadt. Über viele Stunden folgen Aktionen und Reaktionen.

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Blockupy-Polizist durch Polizeivideo schwer belastet


Als unsere Kamera während der Blockupy-Aktionstage 2013 von einen Polizisten beschädigt wurde, sind wir damals nicht davon ausgegangen, dass die Polizei je einen Tatverdächtigen ermittelt. Nun ist es doch anders gekommen. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main gegen einen Polizisten sind abgeschlossen. Das geht aus den polizeilichen Ermittlungsakten hervor, die uns als Nebenkläger vorliegen. Die Akten zeigen, dass der Tatverdächtige nicht der Polizist ist, wie in dem Filmpiraten-„Fahndungsvideo“ vermutet, sondern der Beamte neben ihm. Das konnten die Ermittler der Abteilung V6-Amtsdelikte beim Polizeipräsidium Frankfurt am Main anhand eines anderen Polizeivideos feststellen. Der Tatverdächtige ist ein Polizist der Bereitschaftspolizei Chemnitz. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main wurden bereits im Oktober 2014 abgeschlossen. Der Termin für einen Gerichtsprozess steht noch aus.

Die Filmpiraten-Kamera wurde während des Blockupy-Polizei-Kessels am 1. Juni 2013 beschädigt. Im August 2013 hatten wir durch unsere Anwältin Anzeige gegen unbekannt gestellt. Wir haben unser damals spontan entstandenes „Fahndungsvideo“ hervorgeholt, dass die Sicht der beschädigten Kamera zeigt. Es sorgte im Internet für Aufmerksamkeit. Die beschädigte Kamera haben wir jahrelang für zahlreiche Dokumentationen verwendet. Durch die Beschädigung waren wir zeitweilig in unserer Arbeit sehr eingeschränkt, bis uns eine neue Kamera gespendet wurde.

(Aktenzeichen AZ 6100 Js 243812/14)

Presseartikel zu dem damaligen Vorfall: Frankfurter Rundschau, Neues Deutschland, der Freitag, Mindener Rundschau

Jenaer Hausbesetzung: Der Traum ist aus


„Aber ich werde alles geben, dass er Wirklichkeit wird“ singen Ton Steine Scherben in ihren Song „Der Traum ist aus“. Fast 24 Stunden hatten 3 Besetzer*innen und ca. 150 Unterstützer*innen im und vor dem Haus in der Carl-Zeiss-Straße 11 in Jena durchgehalten. Am Ende haben mehrere Hundert Polizisten die Blockade vor dem Haus geräumt und das Haus gestürmt.
Eine kurze Zusammenfassung wie die Besetzung gestartet ist, was die Motivation der Besetzer*innen und wie die Besetzung beendet wurde zeigt dieser Videobeitrag.

Interview mit Besetzer*innen
Weitere Informationen: Besetzer*Innen, Indymedia, MDR, Jenapolis,

Was interessiert dich an Blockupy?

Edit 19.05.2014
Aufgrund von mangelnden Kapazitäten konnten wir leider die meisten Projekte zu den Blockupy-Aktionstagen nicht umsetzen. Jedoch ist nach Blockupy vor Blockupy: Im Herbst diesen Jahres wollen wir wirklich am Start sein. Vielen Dank an alle, die bei unserer Umfrage mitgemacht haben.

Wir als Filmpiraten wollen bei den diesjährigen Blockupy-Aktionstagen vom 15. bis 25. Mai mit unseren Videokameras am Start sein. Leider können wir durch die dezentrale Aktionsform nicht bei allen Aktionen dabei sein. Wir haben uns deshalb mehrere Gedanken zu Blockupy gemacht und sind auf mögliche Themen getroßen. Welche Filmideen in Form eines Videobeitrags interessieren dich am meisten im Zusammenhang mit den Blockupy-Aktionstagen im Mai 2014?
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#4 – Ein anarchistisches Cafè in Istanbul


An der Außenwand hängt ein schwarz-roten Schild mit der Aufschrift „KAFE 26A“. Wir befinden uns in einer Seitenstraße direkt im Zentrum von Istanbul. Drinnen herrscht reges Treiben. Die Menschen sitzen einzeln oder zusammen und trinken Tee. Auf den zweiten Blick unterscheidet sich jedoch das Café von anderen. Die verschieden Plakate an den Wänden, die Broschüren und Bücher in den Regalen zeigen den Unterschied. Wir sind in einem Café, das vom anarchistischen Kollektiv 26A betrieben wird. Auf Nachfrage bekommen wir die Arbeitsweise und die Prinzipien des Cafés erklärt. Sie verstehen sich als solidarisches und antikapitalistisches Projekt, das als Modell dienen kann, eine andere Wirtschaft nach dem Kapitalismus aufzubauen.
Im vierten und letzten Teil unserer Serie „Filmpiraten in Istanbul“ stellen wir das Café und das Kollektiv 26A vor. Einige Filmpirat*innen verbrachten im September 2013 ihren Urlaub in Istanbul und haben nebenbei verschiedene Interviews gemacht und gefilmt. Heraus kamen am Ende insgesamt vier kurze Filmbeiträge über die Gezi-Park-Bewegung, wie sich die Bewegung zur Zeit organisiert, einen Beitrag über eine feministische Demonstration und eine über das Café des anarchistischen Kollektivs 26A.

Essen Für Alle ?


Am 16 August 2013 hat das Food-Projekt in der L 50 eröffnet. Ziel des Projektes ist es gemeinsam kostenlose oder kostengünstige Lebensmittel für alle zu organisieren. Engagierte Menschen sammeln von Groß- und Einzelhändlern oder Herstellern Lebensmittel ein, die nicht mehr für den Markt Verwendung finden. Somit werden Nahrungsmittel, welche eigentlich noch brauchbar sind und nicht mehr verkauft werden können oder dürfen, gegebenenfalls weiterverarbeitet und an Interessent*innen weiter verteilt. Das Food-Projekt in der Lassallestraße 50 hat immer Freitags von 17 bis 19 Uhr geöffnet. In den Öffnungszeiten können Menschen Essen für umsonst holen oder gegen Spenden. Es können auch Lebensmittel von Interessent*innen mitgebracht werden, die sie nicht brauchen und die andere dann mitnehmen können. Es soll damit ein Bewusstsein geschaffen werden, wie mit Lebensmittel gehandelt wird und wie man selbstbestimmt damit umgehen kann.

Blockupy: Dutzende Verletzte für Vermummung?


Über 200 verletzte Demonstrant*innen hat nach Angaben des Blockupy-Bündnisses der Polizeiansatz gegen die Bündnisdemonstration verursacht. Nach nur einem Kilometer stoppte die Polizei einen Teil der Demonstrantion und kesselte diese ein. Die Polizei begründete den massiven Einsatz mit dutzenden Verletzten, mit Vermummung, Styroporschildern und gezündeter Pyrotechnik. Nach Einschätzung des Blockupy-Bündnisses war der Kessel der Polizei im vornherein geplant gewesen. Außerdem ist die Polizei erst dann mit Farbe beworfen worden, nachdem diese gegen die Demonstration vorgegangen sei.

Blockupy der Europäischen Zentralbank


Es ist Freitag morgen kurz vor fünf. Während in Frankfurt noch fast alles schläft ist das Blockupy-Camp auf den Beinen. Die letzte Stulle wird geschmiert und noch schnell ein Kaffee zum wach werden getrunken. Kurz nach fünf setzen sich die Blockier*innen Richtung Frankfurter Innenstadt in Bewegung. Doch der Weg dorthin gestaltet sich unkomplizierter als erwartet. Am Ende standen mehrere Tausend Menschen vor der Europäischen Zentralbank (EZB) und blockierten diese bei strömenden Regen mehrere Stunden. Im Video kommt Ani von der intervensionistischen Linken zu Wort und erklärt die Hintergründe der Aktion.

Blockupy und die radikale Linke


Die radikale Linke und ihr Verhältnis zu Blockupy – Für den einen Teil eine Form der gesellschaftlichen Intervention, um antikapitalistische Positionen aus dem Schattendasein zu holen. Für den anderen Teil der Inbegriff der verkürzten Kapitalismuskritik, wenn es um Banken, Spekulationen oder Manager geht. In dem Video kommt Martin vom „..ums Ganze!“-Bündnis zu Wort. Es geht um den Aufbau des Blockupy-Camps, die radikale Linke und ihr Verhältnis zu Blockupy, sowie verkürzte Kapitalismuskritik.