Kamera beschädigt: Prozess gegen Blockupy-Polizisten

Nach knapp 3 Jahren beginnt die Verhandlung gegen einen Chemnitzer Bereitschaftspolizisten vor dem Frankfurter Amtsgericht. Gegenstand des Verfahrens sind unter anderen zwei Videos, die das Geschehen zeigen. Der Polizist soll während der Blockupy-Aktionstage 2013 die Kamera der Filmpirat*innen beschädigt haben. Wir waren damals mehrere Tage zu Blockupy unterwegs und haben mehrere Videodokumentationen erstellt.

kaputte kameraDie Filmpiraten-Kamera wurde während des Blockupy-Polizei-Kessels am 1. Juni 2013 beschädigt. Im August 2013 hatten wir durch unsere Anwältin Anzeige gegen unbekannt gestellt. Unser Video zeigt die Sicht der beschädigten Kamera. Es sorgte damals im Internet für Aufmerksamkeit. Die beschädigte Kamera haben wir jahrelang für zahlreiche Dokumentationen verwendet. Durch die Beschädigung waren wir zeitweilig in unserer Arbeit sehr eingeschränkt. Erst als uns eine neue Kamera gespendet wurde, konnten wir wieder durchstarten.

Wir freuen uns auf Prozessbeobachter*innen 🙂

Verhandlungsbeginn: Mittwoch, 23. März 2016 um 13:45 Uhr
Ort: Amtgericht Frankfurt, Hammelsgasse 1, Frankfurt am Main,
Raum: 27_E, 2. Obergeschoss

Presseartikel zu dem damaligen Vorfall: Frankfurter Rundschau, Neues Deutschland, der Freitag, Mindener Rundschau

Europas Faschist*innen zu Gast in Budapest – der „Tag der Ehre“

Aufmarsch der Nazis

Fidesz-Aufmarsch auf dem Kapisztrán-Platz (Budapest, 13.02.2016)

Der Tag der Ehre am 11. Februar in Budapest ist ein Gedenktag der ungarischen und europäischen Faschist*innen. Sie beziehen sich dabei auf die „Schlacht um Budapest“ beziehungsweise den „Tag des Ausbruchs“. Am 25. Dezember 1944 schlossen sich die Frontlinien der sowjetischen Armee um Budapest zu einen Kessel. Einen knappen Monat später einigte sich Ungarn mit der Sowjetunion auf einen Waffenstillstand. Am 11. Februar 1945 versuchten die deutsche Wehrmacht, die Waffen-SS und ungarisch-faschistische Kampfverbände Richtung Nordwesten durchzubrechen. Von 17.000 schafften es dreihundert, aber das reicht für eine Glorifizierung unter den europäischen Nazis. Bei dem Ausbruchsversuch starben 39.000 Menschen. Einige Offiziere konnten über ein Tunnelsystem im Budaberg entkommen. Das heutige faschistische Gedenken zum Tag der Ehre spaltet sich in drei Veranstaltungen auf. Die Veranstaltung der Fidesz-Partei hat auch ein Filmpirat beobachtet. Weiterlesen

Viel solidarische Unterstützung in der Hauptverhandlung

Hauptverhandlung FPö-Prozess

Vor der Verhandlung im Handelsgericht Wien

Erstmal riesigen Dank für eure Solidarität! Danke an alle Berichterstatter*innen, insbesondere den Prozessreporterinnen, die so die Hauptverhandlung mit uns zusammen allen zugänglich gemacht haben. Besonderen Rückwind erhielten wir von den vielen Menschen die vor Ort waren, trotz des frühen Prozessbeginns.

Nach den allgemeinen Formalitäten wurden die Zeugen, Alexander Höferl für die FPÖ und Jan für die Filmpirat*innen, aufgerufen. Laut Höferl wurden die Filmpirat*innen-Videos von der rechten Videoplattform „livingscoop“ bereitgestellt. Von dort hätten sie das Bildmaterial einfach übernommen. Ob er den Abspann gesehen habe, in dem die CC-Lizenz eindeutig aufgeführt wird, weiß Höferl nicht mehr. Das spricht, unserer Meinung nach, nicht für einen professionellen Medienumgang, und rechtfertigte auch nicht die missbräuchliche Verwendung.

Jan hat dem Gericht dargelegt, wie die CC-Lizenzen von FPÖ-TV missbraucht wurden. Die beiden Videobeiträge wurden mit der CC-by-nc-sa-Lizenz gekennzeichnet. Diese wurde immer verwandt und auf verschiedenen Stellen der Webseite benannt und sogar verlinkt. Sie lässt eine kostenlose Weiterverwendung des Materials nur zu, wenn das Folgeprodukt unter der gleichen Lizenz nicht-kommerziell und mit Namensnennung veröffentlicht wird. Das hat FPÖ-TV unserer Meinung nach und nach der Einschätzung unseres Anwalts nicht berücksichtigt.

Nun muss der Richter u.a. klären, ob die FPÖ wissentlich das Filmmaterial der Filmpirat*innen unter Missachtung der vorgegebenen Lizenzen veröffentlicht hat und somit das Urheberrecht der Filmpirat*innen verletzte. Losgelöst von dem Prozessinhalt, bei dem es um die Verteidigung der CC-Lizenz geht, möchten wir nicht, dass die rechte FPÖ unser Material verwendet. Die Filme der Filmpirat*innen sollten den Widerständen gegen den Akademiker-Ball und somit auch Josef solidarische zur Seite stehen.

das Twitter-Protokoll der Prozessreporterinnen

das Twitter-Protokoll der Filmpirat*innen

Hauptverhandlung im FPÖ-Prozess

lte-comic

Vielen Dank für die Karrikatur an Local Times Erfurt

Endlich geht’s weiter! Am 11.02.2016 folgt nun der 2. Verhandlungstag im Prozess, der aus einer Klage der FPÖ und des Freiheitlichen Parlamentsklub gegen uns Filmpirat*innen entstand. Sie behaupten in ihrer Meinungsfreiheit behindert zu werden, weil wir sie aufgefordert haben unser Videomaterial nicht ungefragt* zu verwenden. Wir vermuten, die FPÖ möchte uns mit dem hohen Streitwert finanziell ruinieren. Das lassen wir nicht zu! Mit der #SeiunsereHeldin-Kampagne konnten wir vorerst die Anwältin bezahlen.

Es geht um 9:30 Uhr im Handelsgericht Wien, Zimmer 2305 im 23.Stock los. Als Zeuge soll Alexander Höferl, Leiter des FPÖ-Kommunikationsbüros und Chefredakteur von FPÖ TV. Wir sind gespannt, wie die FPÖ versucht, sich wieder selbst in die Opferrolle zu manövrieren.

Mehr zum ganzen FPÖ-Prozess gibt’s unter Infos FPÖ Prozess. So gut es eben geht, werden wir auf Twitter und Facebook live und im Anschluss auf dieser Webseite berichten. Wer schnell im Anschluss an den Prozess Infos braucht, kann sich gern bei uns melden.

*Wir hätten’s der FPÖ natürlich auch sonst nicht gestattet. (-;

Filmreihe über extreme Rechte: Über 20 Stunden Rohmaterial

Rohschnitt Antisemitismus

Screenshot Rohschnitt Antisemitismus-Beitrag

Die Dreharbeiten zur Mobit-Filmreihe über die extreme Rechte in Thüringen sind abgeschlossen. Insgesamt sind über 20 Stunden Rohmaterial zusammen gekommen. Auf unseren Festplatten nimmt das Rohmaterial über 450GB Speicherplatz ein. Insgesamt gab es 41 Drehs mit insgesamt 17 Interviews. Die Arbeit an den Rohfassungen läuft bereits auf Hochtouren. Die ersten Rohschnitte zu den „extrem rechten Einstellungen in der bürgerlichen Mitte“ und den „aktuellen Erscheinungsformen des Antisemitismus“ sind bereits fertig. Aktuell wird an dem Beitrag zu „Nazis in den Kommunalparlamenten“ gearbeitet. Die Rohschnitte aller 6 Teile wird voraussichtlich Mitte Februar abgeschlossen sein. Danach geht es an den Feinschnitt. Für den Feinschnitt müssen dann die Grafiken erstellt und animiert werden. Übergänge, Zwischenschnitte, Bauchbinden und Anschlüsse werden eingefügt, Ton abgemischt, Helligkeit und Farbwerte angepasst. Gezeigt werden soll die Filmreihe erstmalig beim 15-jährigen Mobit-Geburtstag, voraussichtlich April oder Mai 2016.

Transitcamp Dobova – Alltag auf der Flucht durch Slowenien

mit Flüchtenden belegtes Zelt

mit Flüchtenden belegtes Zelt

Im Dezember 2015 wurde in einer thüringischen Kleinstadt ein Aufruf gestartet, um mit Winterklamotten und Schuhe die Flüchtenden im slowenische Dobova zu unterstützen. Zum Jahresbeginn brachen fünf junge Menschen mit zwei Autos auf. Dort halfen sie in drei Nachtschichten den Menschen, die einen sicheren Ort zum Leben suchen. Ein persönlicher Eindruck von dem alltäglichen Wahnsinn an nur einem Punkt auf der sogenannten Balkanroute. Geschildert von einem Filmpirat, der sich mit auf diese Reise begab.

Spendenabgabe in Dobova

Es ist dunkel und kalt und sehr still. Mit vier Freunden zwischen 20 und 30 stehe ich etwas hilflos auf einer Nebenstraße vor einem Gebäude. Es ist ein ungewöhnliches Haus mit drei Stockwerken, einfach gehalten und mit einer LKW-Zufahrt. Hinter dem Gebäude entdecken wir eine riesige langgezogene Halle. Ansonsten gibt es klassische Einfamilienhäuser, die aber im Schutze der Nacht kaum genauer auszumachen sind. Neben dem Haus verläuft eine doppelte Eisenbahnschiene.

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Interview-Halbzeit! Drei der sechs Kurzfilme über die extreme Rechte in Thüringen sind abgedreht

Interview mit Lenard Suermann beim Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung (DISS)

Interview mit Lenard Suermann beim Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung (DISS)

Die Interviews und Dreharbeiten zu Antisemitismus, Rechtsrock und rassistische Anti-Asyl-Proteste sind abgeschlossen. Insbesondere die letzte Woche waren wir viel unterwegs. Stationen waren die Universität Jena, die Universität Mainz und das Duisburger Institut für Sprach und Sozialforschung. Auch die restlichen 7 Interviews sollen noch bis Weihnachten im Kasten sein. Danach geht es an den Rohschnitt, die Grafiken werden entworfen und werden für Übersichten, Statistiken, etc. 2D-animiert.

Die thematische Kurzfilmreihe zur extreme Rechten in Thüringen, die Mobit zusammen mit den Filmpirat*innen erarbeitet, soll voraussichtlich im Mai 2016 zum 15jährigen Mobit-Geburtstag erstmals in der Öffentlichkeit gezeigt werden. Die Reihe umfasst insgesamt 6 Kurzfilme zu je 5 Minuten. Die Themen sind Immobilien, Rechtsrock, Antisemitismus, rassistische Anti-Asylproteste, extrem rechte Einstellungen in der bürgerlichen Mitte und Nazis in Kommunalparlamenten.

Insgesamt 16 Interviews für die Filmreihe „Extreme Rechte in Thüringen“

ballstädt-prozess

Ballstädtprozess: Erster Verhandlungstag im Erfurter Landgericht

Ob beim Ballstädt-Prozess, dem Argumentationstraining gegen Antisemitismus oder beim Handmade-Sammler gegen Rechts. Zur Zeit wird stark an der Mobit-Filmreihe zur extremen Rechten in Thüringen gearbeitet. Insgesamt stehen in den nächsten Wochen 16 Interviews mit den verschiedensten Menschen an: Stadträte, Funktionsträger*innen, Bildungsdozent*innen, Bürgermeister, Bundestagsabgeordnete, Soziologen- und Politikwissenschaftler*innen, Akteure der antifaschistischen Zivilgesellschaft, Professoren, Wissenschaftler*innen und Expert*innen auf den verschiedensten Ebenen.
Seit einiger Zeit arbeitet Mobit und die Filmpirat*innen an einer thematischen Kurzfilmreihe zur extremen Rechten in Thüringen. Die Reihe soll insgesamt 6 Kurzfilme zu je 5 Minuten umfassen. Die Themen sind Immobilien, Rechtsrock, Antisemitismus, rassistische Anti-Asylproteste, extrem rechte Einstellungen in der bürgerlichen Mitte und Nazis in Kommunalparlamenten.

Vorerst letzter Dreh unter Neonazis

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Für das Mobit-Filmprojekt über die extreme Rechte in Thüringen war am letzten Sonntag der vorerst letzte Drehtermin unter Neonazis. Ca. 80 von ihnen veranstalteten ihr „Heldengedenken für die toten deutschen Soldaten“ in Friedrichroda. Ihrem nordischen Gott Odin schien dies jedoch nicht zu gefallen und schickte Sturmböhen und Regen nach Friedrichroda. Ein Redner der Neonaziskleinstpartei „Der III. Weg“ sprach von dem Ruhm der deutschen Soldaten während der NS-Zeit, an dem sie heute anknüpfen müssen. So befinden sich die Neonazis heute wieder in einem Krieg gegen die „Deutsch-Feinde.“ Damit gemeint waren insbesondere Flüchtlingsaktivist*innen, die durch ihr Handeln zur Zerstörung des deutschen Volkes beitragen. Um den „Volkstod“ aufzuhalten, werden sie ihr Deutschland „bis zu dem letzten Tropfen Blut [..] verteidigen.“ Am Ende der Veranstaltung noch die obligatorischen Rufe nach den Waffengattungen der Wehrmacht und der Waffen-SS, die von den Anwesenden mit einem „hier“ beantwortet wurden. Gegenproteste waren am Ort des Geschehens nicht zu sehen. Wenige Stunden vorher gab es verschiedene kleine Gegendemonstrationen von Antifa und Zivilgesellschaft.
Seit einiger Zeit arbeitete Mobit und die Filmpirat*innen an einer thematischen Kurzfilmreihe zur extremen Rechten in Thüringen. Die Reihe soll insgesamt 6 Kurzfilme zu je 5 Minuten umfassen, die verschiedene Aspekte der extremen Rechten und deren Ideologie abdecken sollen.

Mit der FPÖ nichts Neues

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Auf dem antifaschistischen und antirassistischen Ratschlag letzten Samstag haben wir im Rahmen eines Workshops unsere Auseinandersetzung mit der FPÖ vorgestellt. Wir sehen die Klage der FPÖ als politisch-motiviert an, um uns mundtot zu machen. Es kann passieren, dass sich das Verfahren über 7 Jahre hinzieht. Inzwischen läuft das Verfahren bereits seit über einem Jahr. In der Summe lässt sich jedoch sagen, das es zum jetzigen Zeitpunkt noch immer nicht viel Neues gibt. Eigentlich sollte nach Aussagen unserer Anwältin der Verhandlungstermin im Herbst bzw. noch in diesem Jahr statt finden. Bis heute haben wir aber noch immer keine Ladung von Handelsgericht Wien erhalten. Wir gehen davon aus, dass die Verhandlung in Wien in der ersten Instanz erst im nächsten Jahr richtig beginnt. Wir versuchen hier auf unseren Blog regelmäßig euch immer zum aktuellen Stand zu informieren.