Weiße Farbkleckse schlimmer als 3,81€ Stundenlohn?


Was ist schlimmer: prekäre Arbeitsbedingungen oder weiße Fußstapfen in der Innenstand von Jena? Wenn man die mediale Öffentlichkeit in Jena anschaut scheint es eher das Letztere zu sein. Deswegen gab es am 22.Januar 2013 ein Prozess am Amtsgericht Jena, bei dem mehrere Leute wegen Sachbeschädigung vor Gericht standen. Der Hintergrund war eine Aktion der „Industriellen Reservearmee“ in der Vorwoche vom 1.Mai 2011. Bei einem Stadtrundgang wurden prekäre Orte der Stadt Jena aufgesucht und diese mit weißen Fußstapfen markiert. Insgesamt wurden damals 4 Orte aufgesucht. Die Universität Jena, bei der Angestellte teilweise 60 Stunden in der Woche arbeiten müssen, eine bundesweite Friseurkette, die 3,81€ Stundenlohn zahlt, eine große Leiharbeitsfirma und die stadteigene Arbeitsvermittlungsfirma „Jenarbeit“. Einer der Angeklagten erzählt von der Aktion und deren Hintergründe. Das Verfahren wurde inzwischen mit einer Zahlung von je 100€ pro Person Geldstrafe eingestellt. Das Video kann auch im Filmpiraten-Youtube-Kanal oder auf facebook angeschaut werden.

2 Gedanken zu „Weiße Farbkleckse schlimmer als 3,81€ Stundenlohn?

  1. sauber! – äh nö, ‚echt dreckige‘ SUPER-AKTION!
    das mit dem gerichtsverfahren is ne frechheit! wir sehen, dass D wie so oft nur als spiesser- und polizeistaat funktioniert.
    ich glaube ja nicht dran, dass es so kommen muss, aber wenn der rest der leute im land weiter pennt, während innen wie aussen die verhältnisse konkret immer lebensbedrohlicher sind und weiter werden, wenn sich kaum jemand andere infoquellen sucht (siehe website), dann gehen für den grossteil der leute irgendwann auch hier die lichter wirklich aus. (aber die mainstreammedien werden auch das nich zeigen).
    die konkurrenz jede/r gegen jede/r, eine/r billiger als der/die andere rettet uns auch nicht! der bogen ist längst überspannt!
    LEUTE macht was und nehmt euch ein beispiel an der aktion!

  2. Klasse Aktion – super gelungen, toll dargestellt und erklärt! Weiter so – euch noch viele weitere gute Einfälle und gute Aktionen! Einfach einmischen; – hoffentlich findet es viele NacharmerInnen in allen Städten!
    Wenn Ihr Zeit und Lust habt seid ihr herzlich eingeladen und ermuntert zum 19.3.2013 Aktionen zum Internationalen der Sozialen Arbeit Aktionen an Stellen zu machen, wo der Sozialabbau und das Sparen am Sozialen, Kultur und Bildung besonders krass ist. Weitere Infos unter http://www.einmischen.com – wir werden einen Link zu eurem Film setzen -Okay? Solidarische Grüße aus Berlin Beate

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