Essen Für Alle ?


Am 16 August 2013 hat das Food-Projekt in der L 50 eröffnet. Ziel des Projektes ist es gemeinsam kostenlose oder kostengünstige Lebensmittel für alle zu organisieren. Engagierte Menschen sammeln von Groß- und Einzelhändlern oder Herstellern Lebensmittel ein, die nicht mehr für den Markt Verwendung finden. Somit werden Nahrungsmittel, welche eigentlich noch brauchbar sind und nicht mehr verkauft werden können oder dürfen, gegebenenfalls weiterverarbeitet und an Interessent*innen weiter verteilt. Das Food-Projekt in der Lassallestraße 50 hat immer Freitags von 17 bis 19 Uhr geöffnet. In den Öffnungszeiten können Menschen Essen für umsonst holen oder gegen Spenden. Es können auch Lebensmittel von Interessent*innen mitgebracht werden, die sie nicht brauchen und die andere dann mitnehmen können. Es soll damit ein Bewusstsein geschaffen werden, wie mit Lebensmittel gehandelt wird und wie man selbstbestimmt damit umgehen kann.

Video: Ihre freundlichen Hausbesetzer*innen von nebenan


Die Eingangstür ist für die ankommenden Besetzer*innen und Unterstützer*innen weit geöffnet. In einem Haus im südthüringischen Ilmenau herrscht Samstag früh um 9 Uhr reges Treiben. Vor dem Haus der Langewiesener Straße 17 steht ein langer Tisch mit Informationen für Passant*innen und Interessierte. Nicht nur Kuchen und Kaffee laden zum Verweilen ein, auch das Wetter meint es gut mit den Besetzer*innen. Die Sonne strahlt, der Wind verteilt die bereit gelegten Flyer. An diesem 19. Oktober 2013 herrscht gute Stimmung. Die nun schon länger leerstehende „Lange 17“ soll sozialen Wohnraum bieten, aber vor allem ein Freiraum für Kultur und Politik in Ilmenau schaffen.
Der erste Kontakt mit zwei Streifenpolizisten beunruhigt die Besetzer*innen nicht. Ihnen wird „maximales Gelingen“ gewünscht. Die Beamten sind schnell verschwunden, dennoch bleibt ein mulmiges Gefühl zurück. Eine Hausbesetzung ohne Polizeieinsatz? In Thüringen nach der gewaltsamen Räumung des Besetzen Hauses 2009 in Erfurt nicht denkbar. Dennoch bleibt die Hoffnung am nächsten Tag ein erstes öffentliches Treffen im neuen Haus zu veranstalten, zu dem sich über Möglichkeiten der Nutzung ausgetauscht werden könnte.
Bis zum Nachmittag werden alle anwesenden Nachbar*innen persönlich angesprochen. Die Besetzer*innen klingeln an den Türen und stellen sich und ihr Anliegen vor. Die Reaktionen sind fast ausschließlich positiv, die Aktion erhält vielfältige Unterstützung. Es gibt warmes Essen quasi von „nebenan“. Viele Menschen zeigen sich solidarisch, fragen nach und bieten ihre Hilfe für den Aufbau an. Mitunter hält unmittelbar vor dem Haus ein Auto und es wird sich neugierig erkundigt, was hier passiert. „Weitermachen!“ heißt ein ermunternder Zuruf, die Initiative der Besetzer*innen hat wohl einen Nerv getroffen. Auch im Internet sind diverse Solidaritätsbekundungen zu finden.
Dennoch ist gegen 16:30 Uhr Schluss mit guter Laune. Die Polizei rückt im Großaufgebot an. Kurze Zeit später erscheint eine Delegation geballter Autorität und Zuständigkeit. Ordnungsamtsleiter, Hausverwaltungsvertreter, Bürgermeister und Oberpolizist leiten das Ende der Besetzung ein. Das Haus sei baufällig, die Nutzung zur Gefahrenabwehr untersagt. Auch die private Eigentümerin, nicht in Ilmenau ansässig, ist informiert und spricht den Besetzer*innen mittels Hausverwaltung ein Hausverbot aus. Erst 10 Minuten, nach zähem Drängen sind es doch 15 Minuten, die das Zeitmaß angeben, wann das Haus geräumt sein soll. Erst nachdem Bürgermeister Tischer den Besetzer*innen vor Ort auch schriftlich zusichert, dass es zu Verhandlungen mit der Stadt über die Anliegen der Aktion geben wird, stimmen die Besetzer*innen zu und verlassen das Haus.
Doch endet so der Tag nicht ganz abrupt. Gegen 19 Uhr startet eine spontan angemeldete Demonstration durch die Ilmenauer Innenstadt, um auf die Geschehnisse aufmerksam zu machen. Die Forderungen nach Wohnraum und sozialen Freiräumen werden lautstark auf die Straße getragen. So streifen etwa 40 Menschen durch die Dunkelheit, mit Transparenten, die kurz zuvor noch das besetzte Haus schmückten.
So ist die „Lange 17“ am Abend schon wieder Geschichte. Nach Angaben des Bürgermeister Tischer soll das Gebäude bald abgerissen werden. Pläne für die Wiederbebauung des Grundstücks gäbe es ebenfalls bereits. Sicher scheint vorerst: Ein weiteres Mal wird ein leerstehendes Haus auch in Zukunft ein solches bleiben. Und draußen stehen die, denen es nicht gehört, aber die es gut gebrauchen könnten.

Antikapitalistisch tanzen bis es kracht!


Unter dem Motto „Lasst’s krachen – Soziale Revolution statt autoritärer Krisenbewältigung“ tanzten am Vorabend des Ersten Mai trotz strömenden Regens ca. 300 meist junge Menschen durch Erfurt, um gegen Kapitalismus zu demonstrieren. Obwohl die Demonstration von viel Polizei begleitet direkt durch die Erfurter Innenstadt lief und dort bei den Passanten viel Aufmerksamkeit erregte, gab es kein Interesse der kommerziellen Medien über dieses Ereignis zu berichten. Kleinlich genau jedoch nahmen Ordnungsamt und Polizei diverse Dinge unter die Lupe. Mit Emissions-Messgerät ausgestattet liefen Vertreter*innen des Ordnungsamtes neben der Demonstration her, um die zulässige Maximallautstärke im Auge zu behalten. Auch bei den Boxen des Lautsprecherwagens musste von der Polizei im Vorfeld sicher gestellt werden, dass bei Schrittgeschwindigkeit und einer Vollbremsung die Boxen nicht durch die Luft fliegen. Trotz der Verzögerungen konnte die Demonstration relativ pünktlich starten.

Hausbesetzung statt Anti-Nazi-Kampf


Statt direkt gegen den Naziaufmarsch in Erfurt vorzugehen, besetzte eine Gruppe das alte Schauspielhaus am Morgen des Ersten Mai in der Brühlervorstadt. Kurz nachdem die Besetzung von der Polizei entdeckt worden ist, riegelten sie das Gebäude ab. Trotzdem fand die Besetzung im Laufe des Tages Unterstützung von mehreren Hundert Menschen, die sich auf Kundgebungen vor und hinter dem Gebäude versammelten. Nach Gesprächen mit einem Stadtrat der SPD und dem Versprechen, dass es in Zukunft Verhandlungen über ein neues soziales Zentrum geben soll, verließen die Besetzer*innen am späten Abend wieder das Gebäude. Eine Erklärung der Besetzer*innen findet sich auf Indymedia.

Kampf um Freiräume in Jena begonnen


Jeden Mittwoch findet im Hausprojekt Inselplatz in Jena die wöchentliche Vokü/Küfa statt. Am 3.10.2012 gab es neben einem leckeren Essen eine Kundgebung, auf der gegen die aktuelle Stadtentwicklungspolitik Jenas Luft abgelassen wurde. Nach dem die letzten Jahre mehrere alternative Projekte geschlossen werden mussten, soll es nun bald dem Inselplatz an den Kragen gehen. Neben mehreren Redebeiträgen gab es spontan noch eine Aktion, bei der der offizielle Briefkasten der Stadt mit Protestbriefen „überflutet“ wurde. Im Anschluss zogen ca 250 Menschen spontan mit einer Demonstration durch die Jenaer Innenstadt. Die Polizei war mit der Situation sichtlich überfordert. Das Video kann auch im Filmpiraten-Youtube-Kanal oder auf facebook angeschaut werden.

Doku: Der alltägliche Rassismus an den Supermarktkassen

„Wechselgeld?! – gibt’s nicht!“ so der Titel der 25-minütigen Filmpiraten-Doku über das Gutscheinsystem für Flüchtlinge. 1993 schuf die damalige Bundesregierung das Asylbewerberleistungsgesetz, ein diskriminierendes Sondergesetz für asylsuchende Menschen in Deutschland. Seitdem erhalten Flüchtlinge in vielen Landkreisen und freien Städten Gutscheine, um sich damit Lebensmittel zu kaufen. In Thüringen, wo der Film entstanden ist, wurde das ohnehin einschränkende Asylbewerberleistungsgesetzim Vergleich zu einigen anderen Bundesländern in den letzten Jahre besonders restriktiv auslegt. In der neusten Entwicklung kündigte jedoch der thüringische Innenminister Geibert Mitte September eine Lockerung dieser Praxis an, indem er den Landkreisen die Gutscheinparaxis nicht mehr vorgibt, sondern frei stellt, ob sie Gutscheine oder Bargeld auszahlen. Dennoch wollen einige Landkreise weiterhin an dem Gutscheinsystem festhalten.

Die Dokumentation zeigt die Betroffenen des Gutscheinsystems. Mit der versteckten Kamera begleiteten die Filmpiraten Flüchtlinge beim Einkaufen, um den alltäglichen, diskriminierenden Irrsinn an Supermarktkassen zu zeigen, wenn Gutscheine bei einem Einkauf „aufgebraucht“ werden müssen oder Wörterbücher „nicht auf Gutschein gehen“. Einen Platz findet auch die alltägliche Solidarität von Menschen, die in Gutscheinumtauschinitiativen den Flüchtlingen 1:1 ihre Gutscheine in Bargeld umtauschen, jedoch nicht allein dabei stehen bleiben, sondern generell die Abschaffung der Gutscheinpraxis fordern.
Das Video kann auch im Filmpiraten-Youtube-Kanal oder auf facebook angeschaut werden.

Rotzfreche Asphaltkultur auf dem ehem. besetzten Topf & Söhne-Gelände


Am 16. April 2009 wurde mit SEK und Hubschraubern der besetzte Teil den Topf & Söhne-Geländes geräumt[Video]. Danach wurde das Gelände innerhalb von 24 Stunden abgerissen. Genau an dessen Stelle entstand ein Parkplatz mit Einkaufszentrum. Letzten Freitag fanden sich die MusikerInnen der Rotzfrechen Asphaltkultur mit ca 120 Menschen zusammen, um mit einem spontanen Konzert für ein neues Besetztes Zentrum in Erfurt zu spielen. Nachdem die MusikerInnen über eine Stunde bei Sonnenschein gespielt hatten, hat auch die Polizei das unangemeldete Konzert gefunden, war aber mit der Situation überfordert. Das Video kann auch im Filmpiraten-Youtube-Kanal oder auf facebook angeschaut werden.

MC Nuri – Wenn du gefangen bist ..


„Wenn du gefangen bist, in diesem Asylantenheim;
wünscht du dir nur eins, ein freier Mensch zu sein.“
So die ersten reimenden Worte von Mc Nuri. Die Filmpiraten sind knapp eine Woche nach Gifhorn gefahren, um mit ihm bei minus 15°C sein erstes Musikvideo zu drehen. Bei einem 0€-Budget und dem Rausschmiss aus dem Asylheim durch die Betreibergesellschaft war das keine leichte Aufgabe.

Mc Nuri, mit richtigen Namen Nuradil Ismailov, lebt seit dem er 9 Jahre alt ist, im deutschen Lagersystem. Mit seiner Schwerster Nurjana Ismailova und seinen Eltern kam er 2002 nach Deutschland, um der Gewalteskalation zwischen russischen Sicherheitskräften und Rebellengruppen in Dagestan zu entfliehen. Seit 10 Jahren lebt die Familie in Deutschland. Für Nuri und seine Schwester ist Deutschland zu ihrer neuen Heimat geworden. Trotz der vielen Jahre versuchen die Behörden in letzter Zeit verstärkt die Familie abzuschieben. Eine vor kurzen gestartete Untersützungskampagne ruft dazu auf, eine Onlinepetition zu zeichnen.

Nachttanzdemo vom 2.10.2011: „disco ohne deutschland – selbstverwaltete zentren ertanzen“


Ca. 160 Ju­gend­li­che zwi­schen 3 und 60 Jah­ren tan­zen am Vor­a­bend des 3. Ok­to­bers drei Stun­den lang durch Er­furt. Die Nacht­tanz­de­mo soll auf die Lücke hin­wei­sen, die die ge­walt­sa­me Räu­mung des ehe­ma­li­gen Topf&Söh­ne-Ge­län­des in der so­zio­kul­tu­rel­len Land­schaft von Er­furt hin­ter­las­sen hat.