Unruhe vor dem Sturm – oder: wie der nächste Film entsteht

die Angehörigen am Grab des Opfers

Wie im März berichtet ist es nicht nur wegen der FPÖ (gewonnen, nächste Klage) so ruhig um uns geworden, sondern auch, weil wir an einem längeren Filmprojekt arbeiten. Mit angepeilten 30min soll der Film einer der größten Filme der Filmpirat*innen werden.

Aber nicht nur das, schon jetzt zeichnet sich ab, dass er handwerklich einige Neuerungen mitbringt. So haben wir mit einigen neuen professionellen Filmemacher*innen aktiv zusammengearbeitet, Film-Kräne und -Drohnen genutzt, Gerichte und Ministerien monatelang genervt und sind immer wieder an den Ort des Geschehens gefahren. Wir haben sehr intensiv recherchiert und kennen die Fälle, die wir im Film zeigen, in und auswendig. Wir haben viele Gespräche mit Angehörigen und Bekannten der Betroffenen rechter Gewalt geführt, Bilder aus alten Tagen bekommen und uns die Orte der Taten gemeinsam angeschaut. Es ist beeindruckend und traurig zu sehen, was die Freund*innen rechter Todesopfer durchgemacht haben und wie sie dafür gekämpft haben, dass rechte Gewalt als solche von den Behörden ernst genommen wird.

Wir haben dadurch einen hohen Anspruch an den Film entwickelt und hoffentlich können wir diesem gerecht werden. Mit Kräften werden wir versuchen euch einen hochwertigen Film zu präsentieren, der den Betroffenen rechter Gewalt hilft und den Finger in die Wunde legt. Schon jetzt merken wir, wie unruhig manche Verantwortliche in manchen Orten Thüringens geworden sind, weil wir kritisch nachgefragt haben. Das ist uns ein gutes Zeichen. Aktuell drehen wir die letzten Szenen und beginnen als bald mit dem Grobschnitt. Grade jetzt, nach der desaströsen Bundestagswahl, bekommt der Film umso mehr seine Berechtigung.

#SeiunsereHeldin

Workshopreihe zu antifaschistischer Medienarbeit

Die mit Mobit zusammen erstellte Filmreihe „..keinen Meter deutschen Boden.. – Die extreme Rechte in Thüringen“ hat viel Zuspruch erhalten. Daran möchten wir als Medienschaffende anknüpfen und neue Aktive für eine antifaschistische Medienarbeit gewinnen.
Ziel der Workshopreihe ist anhand des Entstehungsprozesses der Mobit-Filmreihe Grundlagen und Kenntnisse der Filmerstellung zu vermitteln. Darüber hinaus wollen wir Teilnehmende ermutigen selber bei Mobilisierungen von Neonazis in Thüringen gegen diese aktiv zu werden.

Die Workshopreihe gliedert sich in 3 Teile zu je 4 Stunden plus eine Stunde Mittagspause. Jeder Termin findet in den Filmpirat*innen-Räumen in der Salinenstraße 34 statt. Voraussetzung ist die Teilnahme an allen Terminen und eine vorherige Anmeldung unter Kontakt.

1. Termin 14.12.2016  10.00 – 15.00 Uhr
Mit der Kamera unterwegs
• Erfahrungsbericht mit der Kamera bei Neonaziaufmärschen
• Auftreten als Berichterstatter*in/Hintergründe Presseausweis
• Vermittlung von Kenntnissen zu Kameraführung und Bedienung

2. Termin 15.12.2016 10.00 – 15.00 Uhr
Inhaltliche Konzeption von Filmen gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
• medientheoretische Grundlagen
• Erstellung von Drehbüchern an Beispiel der Mobit-Filmreihe
• Sensibilisierungskonzepte bei gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit

3. Termin 16.12.2016 10.00 – 15.00 Uhr
Von der Rohaufnahme zum fertigen Film
• Schritte in der Postproduktion
• Grundlagen des Videoschnitts
• Rechtliche Grundlagen beim Veröffentlichen von Videomaterialien

Der Workshop wird finanziert durch

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Blockupy 2013: Verfahren gegen Schadensersatz eingestellt

kaputte kamera

Das Verfahren gegen den Polizisten, der zu Blockupy 2013 eine Filmpiraten-Kamera beschädigt haben soll, wurde vorläufig eingestellt. Das entschied das Gericht am heutigen Mittwoch in Frankfurt. Der Polizist muss im Gegenzug 2000€ Entschädigung zahlen. Bis auf den Eigentümer der Kamera sind keine weiteren Zeugen vernommen worden. Auch die Videos, die den Tathergang dokumentieren, wurden nicht abgespielt. Nach über 3 Jahren sind wir froh uns mit einem Verfahren weniger beschäftigen zu müssen. Das Urteil im FPÖ-Prozess in Wien steht noch weiter aus.

Update: Artikel in der Frankfurter Rundschau, hessenschau, neues deutschland, TLZ

Neuer Verhandlungstermin gegen Blockupy-Polizisten wegen beschädigter Kamera

Nach über 3 Jahren beginnt die Verhandlung gegen einen Chemnitzer Bereitschaftspolizisten vor dem Frankfurter Amtsgericht. Gegenstand des Verfahrens sind unter anderen zwei Videos, die das Geschehen zeigen. Der Polizist soll während der Blockupy-Aktionstage 2013 die Kamera der Filmpirat*innen beschädigt haben. Wir waren damals mehrere Tage zu Blockupy unterwegs und haben mehrere Videodokumentationen erstellt.

Bereits im März sollte die Verhandlung in Frankfurt beginnen. Kurzfristig meldete sich der Anwalt des Polizisten krank, sodass nun ein neuer Verhandlungstermin festgesetzt wurde.

Die Filmpiraten-Kamera wurde während des Blockupy-Polizei-Kessels am 1. Juni 2013 beschädigt. Im August 2013 hatten wir durch unsere Anwältin Anzeige gegen unbekannt gestellt. Unser spontan entstandenes „Fahndungsvideo“ zeigt die Sicht der beschädigten Kamera. Es sorgte damals im Internet für Aufmerksamkeit. Die beschädigte Kamera haben wir jahrelang für zahlreiche Dokumentationen verwendet. Durch die Beschädigung waren wir zeitweilig in unserer Arbeit sehr eingeschränkt. Erst als uns eine neue Kamera gespendet wurde, konnten wir wieder durchstarten.

Wir freuen uns auf Prozessbeobachter*innen 🙂

Verhandlungsbeginn: Mittwoch, 20. Juli 2016

Korrigierte Uhrzeit: 13:00 Uhr

Ort: Amtgericht Frankfurt, Hammelsgasse 1, Frankfurt am Main, Raum: 27_E, 2. Obergeschoss

Presseartikel zu dem damaligen Vorfall: Frankfurter Rundschau, Neues Deutschland, der Freitag, Mindener Rundschau

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Kamera beschädigt: Prozess gegen Blockupy-Polizisten

Nach knapp 3 Jahren beginnt die Verhandlung gegen einen Chemnitzer Bereitschaftspolizisten vor dem Frankfurter Amtsgericht. Gegenstand des Verfahrens sind unter anderen zwei Videos, die das Geschehen zeigen. Der Polizist soll während der Blockupy-Aktionstage 2013 die Kamera der Filmpirat*innen beschädigt haben. Wir waren damals mehrere Tage zu Blockupy unterwegs und haben mehrere Videodokumentationen erstellt.

kaputte kameraDie Filmpiraten-Kamera wurde während des Blockupy-Polizei-Kessels am 1. Juni 2013 beschädigt. Im August 2013 hatten wir durch unsere Anwältin Anzeige gegen unbekannt gestellt. Unser Video zeigt die Sicht der beschädigten Kamera. Es sorgte damals im Internet für Aufmerksamkeit. Die beschädigte Kamera haben wir jahrelang für zahlreiche Dokumentationen verwendet. Durch die Beschädigung waren wir zeitweilig in unserer Arbeit sehr eingeschränkt. Erst als uns eine neue Kamera gespendet wurde, konnten wir wieder durchstarten.

Wir freuen uns auf Prozessbeobachter*innen 🙂

Verhandlungsbeginn: Mittwoch, 23. März 2016 um 13:45 Uhr
Ort: Amtgericht Frankfurt, Hammelsgasse 1, Frankfurt am Main,
Raum: 27_E, 2. Obergeschoss

Presseartikel zu dem damaligen Vorfall: Frankfurter Rundschau, Neues Deutschland, der Freitag, Mindener Rundschau

Europas Faschist*innen zu Gast in Budapest – der „Tag der Ehre“

Aufmarsch der Nazis

Fidesz-Aufmarsch auf dem Kapisztrán-Platz (Budapest, 13.02.2016)

Der Tag der Ehre am 11. Februar in Budapest ist ein Gedenktag der ungarischen und europäischen Faschist*innen. Sie beziehen sich dabei auf die „Schlacht um Budapest“ beziehungsweise den „Tag des Ausbruchs“. Am 25. Dezember 1944 schlossen sich die Frontlinien der sowjetischen Armee um Budapest zu einen Kessel. Einen knappen Monat später einigte sich Ungarn mit der Sowjetunion auf einen Waffenstillstand. Am 11. Februar 1945 versuchten die deutsche Wehrmacht, die Waffen-SS und ungarisch-faschistische Kampfverbände Richtung Nordwesten durchzubrechen. Von 17.000 schafften es dreihundert, aber das reicht für eine Glorifizierung unter den europäischen Nazis. Bei dem Ausbruchsversuch starben 39.000 Menschen. Einige Offiziere konnten über ein Tunnelsystem im Budaberg entkommen. Das heutige faschistische Gedenken zum Tag der Ehre spaltet sich in drei Veranstaltungen auf. Die Veranstaltung der Fidesz-Partei hat auch ein Filmpirat beobachtet. Weiterlesen

Transitcamp Dobova – Alltag auf der Flucht durch Slowenien

mit Flüchtenden belegtes Zelt

mit Flüchtenden belegtes Zelt

Im Dezember 2015 wurde in einer thüringischen Kleinstadt ein Aufruf gestartet, um mit Winterklamotten und Schuhe die Flüchtenden im slowenische Dobova zu unterstützen. Zum Jahresbeginn brachen fünf junge Menschen mit zwei Autos auf. Dort halfen sie in drei Nachtschichten den Menschen, die einen sicheren Ort zum Leben suchen. Ein persönlicher Eindruck von dem alltäglichen Wahnsinn an nur einem Punkt auf der sogenannten Balkanroute. Geschildert von einem Filmpirat, der sich mit auf diese Reise begab.

Spendenabgabe in Dobova

Es ist dunkel und kalt und sehr still. Mit vier Freunden zwischen 20 und 30 stehe ich etwas hilflos auf einer Nebenstraße vor einem Gebäude. Es ist ein ungewöhnliches Haus mit drei Stockwerken, einfach gehalten und mit einer LKW-Zufahrt. Hinter dem Gebäude entdecken wir eine riesige langgezogene Halle. Ansonsten gibt es klassische Einfamilienhäuser, die aber im Schutze der Nacht kaum genauer auszumachen sind. Neben dem Haus verläuft eine doppelte Eisenbahnschiene.

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Mitgliederversammlung des Filmpirat*innen-Vereins

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Bereits am 24. September 2015 hat unser Verein die jährliche Mitgliederversammlung abgehalten. Insgesamt waren 10 Vereinsmitglieder, Fördermitglieder und Unterstützer anwesend. Wir haben die Filmpirat*innen-Tätigkeiten der letzten 2 Jahre Revue passieren lassen.
Diskutiert wurde der aktuelle Stand zum FPÖ-Prozess. Ein Prozesstermin beim Handelsgericht Wien ist noch immer nicht angesetzt. Das heißt wir müssen noch immer abwarten.
Zu den wichtigsten Änderungen innerhalb des Filmpirat*innen-Vereins gehört ein neu gewählter Vorstand und eine Satzungsänderung. Der Vereinsvorstand der Filmpirat*innen besteht zukünftig nur noch aus 2 Personen, die die Tätigkeit gleichberechtigt ausführen.

Neben den üblichen Vereinsformalien waren auch zukünftige Projekte Thema. Zum einen die aktuelle Mobit-Filmreihe über die extreme Rechte in Thüringen. Mobit arbeitet zusammen mit dem Filmpirat*innen-Verein an einer 6-teiligen Filmreihe zu den verschiedenen Facetten der extremen Rechten in Thüringen. Unser Verein stellt einen Teil der Videotechnik zur Verfügung und einzelne Filmpirat*innen sind maßgeblich an der Realisierung des Projektes beteiligt.
Zum zweiten soll nächstes Jahr unser neues Filmpirat*innen-2.0 – Projekt ComMed.tv starten. Daran wird inzwischen schon seit 2 Jahren geplant, programmiert und designt. Was es mit ComMed.tv genau auf sich hat, werden wir hier bald vorstellen.

Die Filmpirat*innen und die FPÖ-Klage – Vortrag beim Ratschlag

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Hat es System, dass die FPÖ antifaschistische Organisationen, Politiker*innen, kritische Journalist*innen oder die politische Opposition verklagt? Will die Rechtsaußen-Partei Antifaschist*innen einschüchtern und finanziell ruinieren, regelrecht nieder klagen, gar mundtot machen? Zur Zeit werden die Filmpirat*innen durch die größte europäische Rechtsaußen-Partei FPÖ mit einen Streitwert von 35 000 € verklagt. Es steht im Raum, dass das Verfahren 3-7 Jahre dauern kann. Das Verfahren läuft bereits seit über einem Jahr.
Beim diesjährigen antifaschistischen und antirassistischen Ratschlag in Weimar wollen wir eine Übersicht über das Verfahren geben. Anschließend wollen wir gemeinsam über mögliche Gegenstrategien diskutieren.
Der Ratschlag beginnt 9:45 Uhr mit Begrüßung und Auftaktpodium. Unser Workshop beginnt um 12 Uhr. Der genaue Raum wird auf dem Ratschlag bekannt gegeben.

Datum: 6. + 7. November 2015 in Weimar
Ort: Humboldt-Gymnasium, Prager Straße 42, Weimar-West
Hier das Programm und die Workshopübersicht diesjährigen Ratschlages

Filmpremiere: Die Kammwegklause – Über den Umgang mit einem rechtsextremen Zentrum in Erfurt

Die Kammwegklause

Die Kammwegklause ist eine Kneipe auf dem Herrenberg, die in den letzten Jahren immer wieder Schlagzeilen als rechtes Szenelokal machte. Regelmäßig organisieren Rechtsextreme dort Liederabende und Konzerte. Als Filmpirat*innen haben wir uns das Thema Ende 2014 angenommen und eine 14minütige Videodokumentation erstellt. Am kommenden Montag, den 20.Juli um 19 Uhr soll die Videodokumentation erstmals im Stadtteilzentrum Herrenberg öffentlich gezeigt werden. Wir freuen uns auf euer zahlreiches Erscheinen.

Da sich bereits Personen aus dem rechten Sphäre zu der Veranstaltung angekündigt haben möchten wir hiermit klarstellen:
Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtenden Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.