Vorerst letzter Dreh unter Neonazis

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Für das Mobit-Filmprojekt über die extreme Rechte in Thüringen war am letzten Sonntag der vorerst letzte Drehtermin unter Neonazis. Ca. 80 von ihnen veranstalteten ihr „Heldengedenken für die toten deutschen Soldaten“ in Friedrichroda. Ihrem nordischen Gott Odin schien dies jedoch nicht zu gefallen und schickte Sturmböhen und Regen nach Friedrichroda. Ein Redner der Neonaziskleinstpartei „Der III. Weg“ sprach von dem Ruhm der deutschen Soldaten während der NS-Zeit, an dem sie heute anknüpfen müssen. So befinden sich die Neonazis heute wieder in einem Krieg gegen die „Deutsch-Feinde.“ Damit gemeint waren insbesondere Flüchtlingsaktivist*innen, die durch ihr Handeln zur Zerstörung des deutschen Volkes beitragen. Um den „Volkstod“ aufzuhalten, werden sie ihr Deutschland „bis zu dem letzten Tropfen Blut [..] verteidigen.“ Am Ende der Veranstaltung noch die obligatorischen Rufe nach den Waffengattungen der Wehrmacht und der Waffen-SS, die von den Anwesenden mit einem „hier“ beantwortet wurden. Gegenproteste waren am Ort des Geschehens nicht zu sehen. Wenige Stunden vorher gab es verschiedene kleine Gegendemonstrationen von Antifa und Zivilgesellschaft.
Seit einiger Zeit arbeitete Mobit und die Filmpirat*innen an einer thematischen Kurzfilmreihe zur extremen Rechten in Thüringen. Die Reihe soll insgesamt 6 Kurzfilme zu je 5 Minuten umfassen, die verschiedene Aspekte der extremen Rechten und deren Ideologie abdecken sollen.